Der Benediktpreis
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Die Benediktiner in Mönchengladbach

Eine Stadt in benediktinischer Tradition

Wegweiser zeigen manchmal den Weg, obwohl sie falsch sind. Der Name unserer Stadt erscheint dann verkürzt: M’gladbach. Dabei ist gerade der weg gekürzte Teil wichtig, weil er auf die Geschichte hinweist: Mönchengladbach!
Fast ein Jahrtausend bestimmten die Benediktinermönche der Abtei St.Vitus die Geschicke von Mönchengladbach. Wer durch unsere Stadt spaziert, findet hier und da einen Stein, der mit der Krümme eines Abtstabes geschmückt ist. Mit solchen Grenzsteinen wurde der Einflussbereich des Gladbacher Klosters markiert. Bis hier-hin hatte der Abt zu sagen. Dabei ging es um mehr als geistliche Herrschaft, hand-feste wirtschaftliche Interessen waren im Spiel. Viele Höfe gehörten der Abtei und wurden in ihrem Auftrag und zu ihrem Gewinn bewirtschaftet. Mit dem Wirtschaftsbetrieb bestimmten die Mönche das Leben in der kleinen Stadt. Ihre Einwohner hingen von der Regierungskunst des Abtes ab. Zwar ließ sich unter dem Krummstab gut leben, wie ein Sprichwort sagt, aber dennoch war die Macht des Abtes groß. Nur ungern teilte er sie mit dem Herzog von Jülich. Beiden mussten die Untertanen Gehorsam schwören.

974 waren Benediktinermönche mit ihrem Abt Sandrad an den Gladbach gezogen, um dort im Auftrag des ottonischen Kaiserhauses ein Kloster zu gründen. Dahinter verbargen sich politische Überlegungen. Die Macht des Kaisers musste im Westen abgesichert werden. Benediktiner eigneten sich besonders gut dafür, da sie seit ihrer Gründung geschickt Spiritualität, Politik und Kultur miteinander verknüpft haben. Die Regel des hl.Benedikt gilt als das Fundament der christlichen Kultur in Europa. „Bete und arbeite“ sind die Stichworte, die eine unverwechselbare Symbiose eingingen. Vergessen wird meistens die Aufforderung der Regel, in den heiligen Schriften zu lesen. Wer betete, musste arbeiten. Aber wer arbeitete, hatte auch zu lesen. Aus diesem Grund beherbergte das Kloster Gladbach eine wertvolle Bibliothek und eine Lateinschule, die zumindest eine Möglichkeit für Bildung bot. Nachdem 1802 unter Napoleon die Abtei aufgelöst wurde, blieben die Münsterkirche, die Prälatur des Abtes, die Heiligtumsfahrt und ein herausragender Reliquienschatz Zeugnisse für die benediktinische Vergangenheit. Zu Recht beschrieb früher die Amtskette des Mönchengladbacher Oberbürgermeisters die Entwicklung der Stadt in vier Buchstaben: A.M.A.I.: A Monachis Ad Indust-riam. oder von den Mönchen zur Industrie, prägnanter lässt sich die Geschichte der Stadt Mönchengladbach kaum fassen.